Fair Fashion

Ich plaudere aus dem Nähkästchen // Meine Fair Fashion Geschichte.

20.04.17

Fair Fashion Fast Fashion Slow Fashion Fashion Revolution 

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Slow Fashion, Fair Fashion oder Fast Fashion ? Vor knapp einem Jahr habe ich in meinem allerersten Artikel bezüglich der Fashion Revolution bekanntgegeben, dass ich nun auch auf Fair Fashion umsteige. Als ich den Artikel neulich wieder einmal gelesen ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich garnicht wirklich auf meine eigene Revolution und Entwicklung darin eingegangen bin, und das möchte ich heute nachholen.

Seit ich mein Studium an der Universität für Bodenkultur angefangen habe, die für ihren Einsatz bezüglich Nachhaltigkeit berühmt und berüchtigt ist, stieg mein persönliches Interesse an der Natur und einhergehenden Umweltschutz enorm. Ab diesem Zeitpunkt an habe ich im Kiosk keine Madonna, Woman oder sonst ähnliche Zeitschriften mehr gekauft, sondern habe mich im Bereich der GEO-Hefte, National Geographic, Spektrum und Nature- Abteilung wieder gefunden.

Ich wollte mehr über die momentane Klima Situation wissen. Wie wir stehen, wie unsere Welt steht, und wie die voraussichtlich zukünftige Lage ausschaut. Daher habe ich mich gebildet, habe meine E-Mail Adressen für allmögliche Newsletterabonnements angegeben, und bekomme von da an zumindest wöchentlich einen meiner Meinung nach guten Einblick in Tierschutz, Umweltschutz und Klimawandel.

Als ich begriff, dass mein Einkauf bei Modegiganten wie H&M, Zara, Urban Outfitters, Brandy Melville und Co. mehr ausmacht, als nur Geld gegen ein Modestück einzutauschen, traf ich eine Entscheidung. 

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Ab sofort jene Konzerne nicht mehr zu unterstützen, und meine Kleidung nur noch bei sogenannten Fair Fashion Konzernen (bzw. Slow Fashion Firmen) zu kaufen.

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Was ist Fast Fashion wirklich ?
Und wie wirkt sie sich auf uns,
und unsere Welt aus ?

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Unter Fast Fashion bezeichnet man ein Geschäftsmodell in der Modeindustrie, bei dem die Zeit vom Entwurf der neuen Kollektion bis hin zur Massenware enorm, abnormal verkürzt ist. Laut einer Greenpeace Studie ist Zara mit Abstand die führende Fast Fashion-Marke, was jedoch leider kein Grund zur Freude ist.

Zara ist in der Lage innerhalb von 7-30 Tagen eine komplette neue Kollektion zusammen zu stellen und innerhalb von 5 Tagen Bestseller weltweit nach zuliefern.

 

Überlegt einmal unter welchen Bedingungen die Materialien dafür hergestellt werden, und wie die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter vor Ort sein müssen, damit solche Standards erfüllt werden.

Die Preise, die in Zara Shops herrschen sind vor allem sehr Budgetfreundlich. So lassen sich dort T-Shirts für 5-10 Euro finden, ein Kleid für 15, und ein paar Hosen für einen günstigen Preis.

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Doch wie können solche Modekonzerne
überhaupt überleben, 

wenn die Preise so gering sind ? 

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Da muss man kein Wirtschaftsstudent sein, um zu realisieren, dass dafür an einem anderen Ende gespart werden muss. Und an diesem anderen Ende stehen die Arbeiter, dicht gefolgt von den Böden, auf denen die Rohstoffe für die Materialien wachsen und die Umwelt.

Laut Greenpeace braucht ein deutscher Normalverbraucher heute vier mal so viel Kleidung im Kleiderschrank wie 1980. Darunter jedoch befinden sich mindestens 20 Teile, die nie getragen werden.

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Und Hand auf’s Herz, obwohl ich schon oft ausgemistet habe, fallen mir auch mindestens 5 Teile ein, die ich in den letzten Monaten nie getragen habe.

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Ein weiterer Nachteil, der sich durch die Fast Fashion Industrie ergibt ist, dass durch die schlechte Qualität und die niedrigen Preise eine Wegwerfmentalität herrscht. Nach dem Motto, so bald es nicht mehr schön ist, kann ich ja ein Ersatz kaufen, wird die Kleidung im hohen Bogen rauß geschmissen und ersetzt.

Pro Jahr werden weltweit ca. 80. Milliarden (80 000 000 000) Kleidungsstücke produziert. Durch den Produktionsdruck und den herrschenden Markt, werden die Textilunternehmen gefordert, ihre Preise zu senken, um noch im Rennen zu sein. Um jene Preise jedoch senken zu können, muss wo anders wieder eingespart werden, und so arbeiten viele Menschen vor allem in den asiatischen Herstellungsländern und Entwicklungsländern unter menschenUNRECHTEN Bedingungen.

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Neben den ökonomischen Auswirkungen des Massenkonsum, 
gibt es auch noch die ökologischen Folgen.

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Fast Fashion schädigt die Umwelt und den Menschen durch Einsatz von Pestiziden, enorm großen Verbrauch an Wasser, und Einsatz von Chemikalien bei der Produktion bis hin zur toxischen Veredelung von Kleidung.

Das i-tüpfelchen, das mir dann im wahrsten Sinne voll den Rest gab, war die Dokumentation „The Trust Cost“.

In diesem Film wird eindeutig gezeigt, wie ein Kleidungsstück bei den weltweit herrschenden Modemarken wie H&M vom Entwurf bis hin zur Produktion abläuft. Und das ist schlicht und einfach grauenvoll, unmenschlich, abnormal, widerlich und ungerecht in einem.

Daher habe ich mich entschieden jene Fast Fashion Giganten mit keinem einzigen meiner Käufe mehr zu unterstützen. Man mag vielleicht nun denken, okay ich bin ein einziges Würstchen, was mache ich schon groß aus.
Aber überlegt euch einmal,  was passiert wenn dieser Revolution Hunderte, Tausende oder gar Hunderttausende beitreten ?

Da stehen die Chancen für Slow Fashion (auch Fair Fashion genannt), das Gegenteil zur sogenannten Fast Fashion doch enorm groß.

So bin ich der Meinung, dass ein Umschwung auf Slow Fashion nur Vorteile mit sich bringt. Und ich bin auch der Meinung, dass es früher oder später der einzige Weg sein wird, Gerechtigkeit für Mensch und Umwelt zu schaffen.

Fair Fashion Revolution 
und wie jeder ein Teil dazu beiträgt

Vor nun knapp 4 Jahren am 24. April. 2013 stürzte das sogenannte Rana Plaza Gebäude in Bangladesch ein, bei dessen Einsturz mehr als 1.000 Menschen um’s Leben kamen. Obwohl lokale Behörden am Vortag des Unglücks Risse in den Wänden festgestellt haben, und das Betreten des Gebäudes untersagt haben, waren am Tag des Unglücks mehr als 3.000 Menschen im Gebäude. Großteil davon waren textilarbeiterInnen, die gezwungen waren ihrer Arbeit nachzugehen, da sie sonst ihren Arbeitsplatz verloren hätten.

Fast Fashion Unternehmen, die im Rana Plaza herstellen ließen, waren unter anderem Primark, Mango, Benetton oder Accessorize.

Ich bin ebenso der Meinung, dass wir als privilegierte Gesellschaft in den Industriestaaten für jene, deren Stimme wir nicht hören, einsetzen müssen. Wir sollten für jene zumindest einen Funken Verantwortung übernehmen, und durch unseren Kauf in Textilgiganten deren Leben nicht noch schwerer machen. Obwohl schwerer machen in dem Fall schon fast untertrieben ist, denn an vielen der Fast Fashion Stücke klebt Blut. Von Frauen, deren einzige Möglichkeit Geld zu verdienen darin besteht, ihre menschlichen Grundrechte aufzugeben, und all das nur um ihre Familie zu ernähren.

Das muss aufhören. Und wenn mein Teil nur darin besteht, Slow Fashion zu kaufen, und auf die Nachteile und Auswirkungen von Fast Fashion aufmerksam zu machen, dann tue ich das hier mit diesem Blogpost. Und den vielen weiteren, die dazu schon geschrieben wurden.

Weitere Blogartikel zu Fair Fashion und Fair Fashion Outfit Inspiration:

Blogposts zum Thema Nachhaltigkeit :

Artikel meiner lieben BloggerkollegInnen :

Studien zu Fast Fashion:

Mehr Themen zu meinen Gedanken bezüglich Umweltschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit

Fair-Fashion-Outfit .

Zu meinen Fair Fashion Outfits hier entlang

 

Fair-Fashion-Outfit-Inspiration

Hier findest du meine Fair Fashion Outfit Inspiration 

 

 

 

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4 comments on “Ich plaudere aus dem Nähkästchen // Meine Fair Fashion Geschichte.”

  1. Ein super guter Artikel liebe Vivi!! Meine Geschichte ist eigentlich recht ähnlich wie deine 🙂 Ich habe in der Uni sogar mal ein Referat über Zara bzw. Inditex gehalten und fand es damals faszinierend, wie die es schaffen können, so viele Kollektionen zu kreieren. Und erst Jahre später ist mir bewusst geworden, wie absurd das alles ist und auf welche Kosten das geht!
    Jedenfalls weiter so und ganz liebe Grüße,
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

  2. Was für eine beeindruckende junge Frau du bist! Respekt!!! Meine Generation kann sich da wirklich keine Krone aufsetzen, wir haben so vieles verbockt, dabei hätte die Hippie-Ideologie unseren Planeten eigentlich lebenswerter machen sollen 🙂
    Das Engagement und die Lebenseinstellung von Menschen wie Du ist der erste, große Schritt in eine bessere Welt. Das ist großartig! Viele liebe Grüße, Gabi auf Wien, 57

  3. ein unglaublich beeindruckende Geschichte liebe Vivi!
    ich bewundere es so sehr, dass du dich KOMPLETT auf den Fair Fashion Markt verlassen kannst und deinen Kleiderschrank damit ausgestattet hast 🙂
    mittlerweile gibt es wirklich super schöne Teile von Fair Fashion- Anbietern zu kaufen – leider immer noch nur in Standardgrößen, weshalb ich es manchmal schwer habe etwas zufinden.

    meine Kleidung einmal komplett aus Fair Fashion aufzubauen wäre ein riesen Traum, der in Erfüllung ginge. bis dahin werde ich mich aber darauf beschränken häufiger Fair Fashion zu kaufen und eben auch den Konsum im Allgemeinen einzuschränken.

    ein wirklich toller Beitrag meine Liebe. danke dafür!
    ❤ Tina von Liebe was ist

    1. Liebe Tina,

      Vielen herzlichen Dank für dein Kommentar !
      Ja zu Fair Fashion zähle ich natürlich auch Secondhand Mode und Vintage Kleidung, und die lässt sich wirklich überall finden.
      Es braucht Zeit, aber ist möglich. Ich habe auch immer noch sehr viele Fast Fashion Blusen, die ich zwar super selten anziehe, aber einfach nicht rauswerfen wollte, da ich der Meinung bin, Fast Fashion jetzt weg zu werfen wäre auch nicht umweltfreundlich. Aber keinen Fast Fashion mehr zu kaufen, und quasi nur noch „alte Fast Fashion“ Produkte im Kleiderschrank zu haben, dass ist umweltfreundlicher 🙂

      Ich finde es super von dir, dass du dir soviele Gedanken dazu machst und auch deinen Konsum einschränken möchtest !

      Liebste Grüße,
      Vivi

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