12. Juli 2017

Gib’s zu. Du liebst billige Kleidung & Fast Fashion und gibst einen Dreck auf Kinderarbeit !

Es war einer der schlimmsten Unfälle, der in der Fashion Industrie je her passiert. Als am 24. April 2013 eine 9-stöckige Textilfabrik in Bangladesch einstürzte und dabei 1,130 Menschen mit in den Tod riss. Die Opfer im Gebäude stellten für uns Europäer Kleidungsstücke her.
Vielleicht trägst Du gerade eines davon und kümmerst Dich nicht ?

Fast Fashion /  die Statistik

2012 wurde geschätzt, dass 300 Milliarden $ von den Top 10 Produzenten verdient wurde.
Die Zahlen für die ganze Fashion Industrie an sich liegen zwischen 500 Milliarden und 2 Billionen
1997 kaufte die Durchschnittsfrau in Großbritannien 19 Kleidungsstücke im Jahr.
2007 sind es schon 34.

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2017 sind es durchschnittlich 40-70 Kleidungsstücke, die ein Durchschnittsbürger in Deutschland kauft.

Die Kosten für die T-Shirts sinken und billig bedeutet schon lange nicht mehr schlecht. Es bedeutet heutzutage leistbar, und so ist es ohne Probleme möglich sich im Jahr 40-50 Kleidungsstücke zu kaufen, ohne dabei ein Vermögen ausgeben zu müssen.

In der Fast Fashion Industrie ist der Markt an Kleidungsstücken und Möglichkeiten diese zu kaufen mehr als gesättigt. Dass kommt unter anderem daher, dass es in der Fast Fashion keine -wie sonst üblich- 4 Jahreszeiten und Saisonwechsel gibt, sondern ein konstanter Fluss, der das ganze Jahr über herrscht.

Fast-Fashion-vs-Fair-Fashion

Der Lagerbestand ist das ganze Jahr über vergleichsweise gering, was die Menschen dazu ermuntern soll Impulskäufe zu tätigen. Diese Versorgungskette ermöglicht es sofort und binnen kürzester Zeit auf Nachfrage zu reagieren. Wenn plötzlich ein bestimmtes Stück mehr Aufmerksamkeit bekommt als andere, ist es mit heutiger Technologie möglich, jenes Stück binnen Tagen zu reproduzieren und das Angebot zu erhöhen.

Das T-Shirt, das du gerade trägst, ist einfach zu kaufen. Und eventuell noch einfacher an zu ziehen, aber es ist komplexer in der Produktion.

Es ist gut möglich, dass mehrere hundert Hände dein T-Shirt in der Hand hatten, bevor du es überhaupt tragen kannst.

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Der Produktionszyklus eines
Fast Fashion Kleidungsstückes 

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1. Baumwolle züchten 

Baumwolle wird in mittlerweile mehr als 75 Ländern weltweit produziert. China und Indien sind mit Abstand die größte n Produzenten.

Arbeiter auf dem Feld verdienen 2$ und weniger.

2. Baumwolle spinnen

Die Baumwolle wird dann in Garn / Strickgarn gesponnen und teilweise für den Export als auch für den Eigenbedarf verwendet. In Bangladesch werden bis zu 80% der Kleidungsstücke aus Baumwolle hergestellt.

3. Nähen

Nachdem das Garn hergestellt worden ist, folgen bis zu 100 weitere separate Operationen bevor das Stück Stoff zum eigentlichen T-Shirt wird.

Die meisten Frauen, die im Nähen involviert sind bekommen 80$ im Monat.

4. Export

Die fertigen Kleidungsstücke werden abgepackt und über die Meere exportiert.

Im Durchschnitt kostet ein T-Shirt aus Baumwolle, dass in Bangladesh hergestellt wird um die 5$, eventuell noch +1$ Transportkosten.

Banglades-Fast-Fashion-Kleidungsexport

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Und so ging der Fast Fashion Kreislauf weiter

In den 1970er wurden globale Restriktionen bezüglich der Kleidungsproduktion aufgehoben, was zu einem Produktionsboom führte. Die Nachfrage stieg enorm an, und Bangladesh reagierte darauf mit allen Mitteln. In Dhaka an sich gab es wenig Platz, um große Fabriken aus dem Nichts zu stampfen und so wurden Reisfelder zerstört und mit Fabriken versehen.

Es gab wenig richtige Planung, die Sicherheit der Arbeiter verlor man auf dem Weg der Gebäudeerstellung denn das einzige Ziel war, so viel und so schnell wie möglich. Und das alles auf Kosten der Arbeiter.

2005 stürzte ein Fabrik in Savar ein, die ebenso für Europäer Kleidungsstücke herstellte. 64 Menschen starben.
2006 ein Jahr später kollabierte eine zweite Fabrik in Dhaka, weitere 21 Menschen starben.
Von 2005 bis 2013 starben ungefähr 600 Menschen an unsicheren, nicht fairen Arbeitsbedingungen.
Bis im April 2013 das Rhana Plaza einstürzte und weitere 1000 Menschen in den Tod riss.

 

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Die Menschen fingen an zu sterben – aber die Kleidungsindustrie produzierte unbeachtet weiter.

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Ein paar Tage nach dem Unfall gab es Demonstrationen, und gewisse Bereiche wurden geschlossen, aber für was ?

Dass nach mehreren Wochen die Stadt wieder zurück in den Produktionskreislauf ging, und die Arbeiter in solchen Fabrikgebäuden gar keine andere Wahl blieb, als zurück zur Arbeit zu gehen.

Die Arbeiter waren zurück und so auch das Geld. Dass ist alles was für die CEOs, Aktienhändler, und Manager zählte.

Fast Fashion / Das Ende vom Anfang ?

Es gibt viele Bewegungen und Initiativen seit Rhana Plaza, die mittlerweile gegen die unmenschlichen Bedingungen ankämpfen und es gibt tatsächlich schon leichte Besserung. Doch lange nicht in dem Ausmaße, in dem es notwendig ist.

Nach einer Studie, die im TheGuardian.com 2014 veröffentlicht wurde, waren 4 Millionen Menschen direkt bei Fast Fashion Produzenten angestellt. (Logischerweise ist die Nummer im Laufe der Jahre mehr als gestiegen).

4 weitere Millionen waren auf die Nachfrage von uns Konsumenten in Europa abhängig. Wenn diese 8 Millionen 3 weitere (Familienmitglieder, Freunde etc) unterstützen, dann war 1/5 der Population im Jahr 2014 von Entscheidungen und Käufe der Europäer abhängig.

Wenn wir nun ein T-Shirt für 5 € kaufen, oder eine Jeans für 10€, wie kann man da erwarten, dass die Arbeitskonditionen besser werden ?

Es gibt viele, die für solche unmenschlichen Bedingungen, Ausbeutungen und Katastrophen verantwortlich sind. Doch wir sind Mitverursacher und es wird Zeit, dass wir uns selbst an der Nase nehmen,und uns darüber klar werden.

Es wird Zeit, dass wir selbst wissen, wieviel Einfluss wir auf Menschen tausende Kilometer von uns entfernt haben.

Es wird Zeit, dass wir unseren Konsum überdenken.

Und es wird Zeit, dass uns klar wird, was wir durch einen Einkauf in Fast Fashion Kleiderläden auslösen.

Wie kann ich mich über ein 5€ T-Shirt freuen, wenn ich weiß, dass Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel dafür leiden, bluten und sogar sterben.

Fast-Fashion-EInfluss-Konsum-Vanillaholica

Welche Alternativen gibt es ?

1 . Eine der Alternativen, die ich für mich persönlich entdeckt habe ist die sogenannte Fair Fashion oder auch Slow Fashion. Schon im Namen fällt auf, dass bei der Produktion dieser Kleidungsstücke anderer Arbeite-Und Produktionsbedingungen herrschen müssen.

2 . Weiters gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Secondhand Shops und Vintage Shops, die trendige Kleidung verkaufen. So kommt es erst gar nicht dazu, dass weitere Millionen T-Shirts produziert werden.

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