18. September 2017

Auch ein Abschied hat etwas Positives in sich versteckt. #notizanmich

Wenn mir jemand am Anfang des Jahres gesagt hätte, was dieses Jahr alles passieren würde, hätte ich wohl ohne zu zögern und eine Sekunde zu verlieren, die Aussage angezweifelt und den Vogel gezeigt.

Die letzten Wochen waren geprägt von Gefühlen und Gedankengänge, die mir bis zu dem tragischen und schwer begreifbaren Abschied meiner Omi, nie in den Sinn gekommen wären. Nicht einmal im Ansatz wäre ich auf die Idee gekommen, dies und das von dieser oder jener Seite zu betrachten. Da ich nie einen Grund dazu hatte.

Mir war bis dato nie klar, wie man bewusst mit Gefühlen umgehen kann, wie man sie in Folge dessen bewusst zu lassen und bewusst abblocken kann.

 Ich wusste auch nicht, dass der Mensch überhaupt zu solchen großen und einnehmenden Gefühlen im Stande ist.

Ich gehöre – wie meiner Meinung nach ein jeder von uns – zu den Leuten, die zielstrebig dem nachgehen, was ihnen gefällt. Was sie motiviert. Die ehrgeizig ihren Weg gehen und die in den Weg gelegten Steine allein oder mit Hilfe der Geliebten aus der Bahn rollen.

Ich finde auch, dass wenn man genug Kraft, Energie, Mut und Zielstrebigkeit zusammenballt, mehr erreichen kann,
als man sich oft zutraut oder überhaupt erdenkt.

So habe ich in meinem Leben schon wunderschöne Erlebnisse erleben dürfen. Ich hatte wundervolle Freundschaften und unbegreiflich schöne und nahegehende Wegbegleiter. Durfte viel reisen, konnte mir neue Kontinente und Länder anschauen, immer mit dem Hintergedanken und der 100% Sicherheit zu wissen, dass es so immer weitergeht. . .

…Mein Weg geht immer den Berg hinauf, ich werde immer besser in dem, was ich tue, ich entwickele mich weiter und ich erreiche Etappe für Etappe. Natürlich habe auch ich schon oft Gegenwind bekommen, oft verliefen Pläne, nicht so wie ich sie mir zuvor im Kopf und dann auf Papier ausgearbeitet habe. Aber so ist das Leben, sagt man zumindest.

Auch ich bin wie ein jeder oft zurück geworfen worden, doch unter’m Strich hatte ich ein tiefgehendes fast schon selbstverständliches Gefühl, das es trotz den Tiefpunkten den Berg hoch geht.

Dieses Jahr sind jedoch Dinge passiert, die für mich kein Rückschlag mehr sind, und auch mit Gegenwind nicht mehr verglichen werden können. Ganz im Gegenteil.
Ich habe das Gefühl, ich habe beim Monopoly meines Lebens, die Karte „Geh zurück zum Start“ gezogen, und hinterlass und verlasse all das, was du bis jetzt im materiellen Sinne erreicht hast.

Als ob mein tief sitzender Glaube, den ich von Anfang an hatte, wie ein Bleistift Gekritzel einfach so Abdruckslos ausradiert wäre. Oder wie ein Stück Papier, das verbrannt wird, sich zu Asche wandelt.

Es ist da, aber nicht mehr so wie früher. Es hat sich verwandelt und geändert. Die Struktur, Oberfläche, all das, was auf dem Papier stand und das Papier ausmachte ist anders, aber im Grunde genommen eigentlich noch das Papier von früher.

Bald nun 4 Wochen danach weiß ich, dass dieser Sommer für mich meine bislang größte Lektion für’s Leben wahr.

Ich habe aus einer einzelnen Situation noch nie so viel mitgenommen und gelernt wie von diesem Sommer.

Und das ist trotz des Tiefschlages und des Rückschlages ein Fünkchen Positivität, die in mir schlummert und Kraft schenkt und gibt, wenn ich das Gefühl habe, die Welt bricht erneut über mich ein.

Seit nun an ist mir um 1000% klarer, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, die kein einziger auf der Welt jemals so verstehen kann, wie man selbst.

Man kann sich noch so nah sein, noch so lieben, und noch so viel erzählen und teilen, im Endeffekt, sind wir die einzigen, die wissen was war, und jeden der 60.000 Gedanken am Tag denken und mitkriegen.

Ich kann hier von meine Gefühle schreiben. Aber niemals wird jemand die Gefühle so fühlen wie ich es tu. Für den einen is es nicht nachvollziehbar, bei den anderen kommen bei meiner Geschichte Gedanken an ebenso Verstorbene auf, und eine andere Art der Trauer steigt hervor.

Aber im Grunde kann es niemals jemand so nachvollziehen, wie ich alleine.

Das zu wissen, bringt mich zu meiner ersten Erkenntnis, die ich durch all die letzten Woche machen durfte und musste. Und dazu komme ich im nächsten Beitrag.

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